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Neubaugebiet in Voßwinkel geplant

Stadt nimmt Planverfahren „Heiligenhausstraße“ wieder auf. Aus Wiese könnten Grundstücke für 20 Eigenheime werden. Zunächst ist ein Lärmgutachten nötig

Wegen der starken Nachfrage nach Bauland in Voßwinkel hat der Bezirksausschuss Voßwinkel/Bachum die Stadtverwaltung beauftragt, das Bebauungsplanverfahren Heiligenhausstraße wiederaufzunehmen. Es handelt sich um eine 10.800 Quadratmeter große Wiesenfläche, die sich im privaten Eigentum eines Voßwinkelers befindet. Es geht um ein Karree, das von Füchtener Straße, Wiedhofstraße, Tiefer Weg und Heiligenhausstraße umschlossen wird. „Hier könnten - je nach Grundstückzuschnitt - bis zu 20 Bauplätze entstehen“, meint SPD-Bezirksausschussmitglied Michael Rademacher, der auf Anfrage unserer Zeitung das Gelände erläutert.

„Bereits vor vielen Jahren gab es erste Überlegungen, hier Bauland zu schaffen, doch die Verwaltung nahm davon letztlich Abstand, weil die Lärmemissionen, die von einem benachbarten Gelände mit Hähnen und Tauben zu erwarten seien, wohl nicht mit baurechtlichen Vorschriften in Einklang zu bringen waren“, erinnert sich Rademacher.

Mittlerweile stelle sich die Situation vor Ort aber anders dar als bei den ersten Überlegungen im Jahr 2002. Allerdings sei nun auch das mittlerweile ausgedehnte Gewerbegebiet Gut Nierhof zu berücksichtigen. „Bevor die Stadt hier einen neuen Bebauungsplan aufstellt, wird zunächst ein Gutachten hinsichtlich von Immissionen (Verkehrs- und Gewerbelärm) erstellt“, berichtet Rademacher. Erst dann könne über einen Ankauf der Fläche gesprochen werden.

Bis Häuslebauer mit dem Bau ihres neuen Eigenheims dort beginnen können, werden allerdings wohl noch mindestens zwei Jahre vergehen . Denn ein Bauplanungsverfahren mit Grundstückserwerb, mehrstufiger Beratung in politischen Gremien (erst B-Plan-Aufstellung, dann Offenlegung bis Satzungsbeschluss) nimmt viel Zeit in Anspruch. „Es gibt aber einen Vorteil: Der Flächennutzungsplan weist die Fläche bereits als potenzielles Bauland aus“, sagt Rademacher. Um auf die aktuelle Nachfrage nach Bauland in Voßwinkel zu reagieren, gibt es derzeit in Voßwinkel kein Neubaugebiet mit nennenswerten freien Kapazitäten. „Diese Gebiete sind nahezu vollständig bebaut“, so Rademacher.

Die Verwaltung verweist auf Baulücken im Altbestand, doch diese sind häufig dem Immobilienmarkt schwer zugänglich. Denn einige Grundstückseigentümer wollen ihre freien Flächen nicht verkaufen, weil diese z. B. als mögliches Bauland für Kinder zurückgehalten werden. Die Verwaltung verweist auch auf Bauland unter der südlich von Voßwinkel verlaufenden Hochspannungstrasse. „Hier besteht kein generelles Bauverbot, aber eingeschränktes Baurecht“, so die Verwaltung. Rademacher sieht aber Vermarktungsprobleme, weil Bauherren solche Einschränkungen nicht akzeptieren oder Elektrosmog befürchten.

Bericht vom 5. Juni 2019

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