Lächeln kann wichtigster Schritt sein

Familie von Ketteler und ihr Leben mit einem an Trisomie 21 erkrankten Kind
Familie von Ketteler und ihr Leben mit einem an Trisomie 21 erkrankten Kind
Welt-Down-Syndrom-Tag im Wildwald Voßwinkel: Ildiko und Franziskus von Ketteler, selbst Eltern eines an Trisomie 21 erkrankten Kindes, luden ein. Betroffene Kinder, Geschwister und Eltern verbrachten gemeinsam einen Nachmittag. Franziskus von Ketteler weiß, wie gut die Gemeinschaft tut: „Ein Sonderweg ist immer isolierend.“Beitrag zur Inklusion

Der Tag will „Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Lebensstil mit Behinderungen“ lenken. Die von Kettelers wünschen sich aber mehr: „Ich möchte, dass Inklusion eines Tages selbstverständlich ist und wir so irgendwann jeden Tag einen Down-Syndrom-Tag feiern, ohne es extra betonen zu müssen.“
Der Vater sieht, dass in der Gesellschaft immer noch große Angst vor Kontakt mit Menschen mit Behinderungen herrscht. „Meine Frau entwickelt jedes Jahr Poster mit einem Slogan wie ‘Einfach anlächeln!’, um Barrieren abzubauen“, so der Voßwinkeler. Schon ein einfaches Lächeln sei der erste, vielleicht sogar der wichtigste Schritt der Inklusion.

Kinder mit dem Down-Syndrom sind barrierefrei. „Sie verschieben die Wertmaßstäbe mit ihrer offenen Art völlig“, erzählt von Ketteler, „mit einem behinderten Kind merkt man, wie reich das Leben dank eines solchen Kindes wird.“ Und doch gebe es viele Dinge, die die Familie sehr stark fordern.
„Man muss sich mit oft auch existenziellen gesundheitlichen Dingen auseinandersetzen, da spielt das Down-Syndrom gar keine Rolle mehr.“ Auch das Thema Geschwister sei kein einfaches: „Einerseits sollen alle teilhaben am Familienleben, andererseits muss man ihnen Freiräume lassen, um einfach mal ein sorgenfreies Kind sein zu dürfen“. Dennoch möchte Familie von Ketteler ihren Sohn Béla nicht verstecken, sondern mit seinen Besonderheiten in den Mittelpunkt stellen. Ein Grund, warum er ab Sommer auch die Grundschule in Voßwinkel besuchen wird. „Wir möchten, dass er von der Dorfgemeinschaft akzeptiert und ein Teil von ihr wird“, so die Eltern. Davon können alle profitieren: „Man muss ein Brennglas haben, um Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Ein behindertes Kind kann so ein Brennglas sein“, sagt Franziskus von Ketteler.

WR Bericht vom 22.03.2014

 

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